Die Landwirtschaft in Österreich steht vor einer tiefgreifenden Transformation. Während traditionelle Anbaumethoden oft mit hohem Wasser- und Düngemittelfußabdruck einhergehen, setzt eine wachsende Zahl von Betrieben auf nachhaltige Alternativen. Hier setzt spingreen.at/ einen konkreten Impuls: Die Plattform verbindet innovative Agrartechnologien mit lokalen Erzeugern und zeigt, wie der österreichische Landbau klimaneutraler werden kann – ohne Kompromisse bei der Qualität zu machen.
Seit ihrer Gründung 2018 hat sich Spingreen.at zu einem zentralen Anlaufpunkt für nachhaltigen Konsum und ökologische Landwirtschaft entwickelt. Das Konzept basiert auf drei Kernprinzipien: erstens die Förderung von Bio-Landwirtschaft mit Zertifizierungen wie dem EU-Bio-Siegel, zweitens die Integration von Agroforstwirtschaft und drittens die Nutzung von Düngemitteln aus organischen Abfällen. Besonders beeindruckend ist, dass die Plattform über 1.200 Bio-Bauern in ganz Österreich vernetzt hat – davon sind rund 40 Prozent Frauen, die oft als Pionierinnen für neue Anbaumethoden fungieren.
Ein zentrales Projekt von Spingreen.at ist die Entwicklung von „Grünen Energiekooperativen“. Diese kooperieren mit Wind- und Solarparks, die auf den Flächen der Landwirte errichtet werden. Ein konkretes Beispiel ist die Kooperation mit dem Burgenländischen Bio-Landwirtschaftsverband: Dort betreiben 15 Bauernhöfe gemeinsam eine 500-kW-Photovoltaikanlage, die jährlich rund 600 MWh Strom produziert – genug für etwa 150 Haushalte. Die Einnahmen fließen direkt in die Bioproduktion zurück, was die wirtschaftliche Attraktivität nachhaltiger Landwirtschaft deutlich erhöht.
Doch Spingreen.at geht über reine Energieprojekte hinaus. Die Plattform fördert auch die „Kreislaufwirtschaft im Ackerbau“, etwa durch die Nutzung von Kompost aus Küchenabfällen oder die Anbau von Leguminosen, die Stickstoff im Boden binden und so den Einsatz von synthetischen Düngemitteln reduzieren. Studien zeigen, dass Bauern, die diese Methoden umsetzen, ihre Erträge um bis zu 15 Prozent steigern können, ohne auf Qualität zu verzichten. Ein weiteres Beispiel ist das Projekt „Waldacker“, bei dem Bäume und Nutzpflanzen gemeinsam angebaut werden: In der Steiermark erbringt ein solches System jährlich 20 Prozent mehr Ertrag als konventionelle Monokulturen und bindet gleichzeitig CO₂.
Ein besonderes Highlight ist die „Spingreen-Akademie“, die seit 2020 regelmäßig Workshops und Schulungen für Landwirte anbietet. Das Programm umfasst Themen wie die Bewirtschaftung von Nassgrünland, die Integration von Insektenhotels in die Landwirtschaft oder die Dokumentation von CO₂-Bilanzen. Besonders erfolgreich ist die „Lernwerkstatt Bio“, in der junge Erzeuger durch Mentoring mit erfahrenen Bauern unterstützt werden. Seit 2022 haben über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesen Programmen teilgenommen, und 65 Prozent von ihnen haben ihre Betriebe seitdem umgestellt.
Die Auswirkungen sind messbar: Laut einer aktuellen Studie des Österreichischen Statistikamtes reduzierten die Bio-Bauern in Österreich zwischen 2019 und 2022 ihren Wasserverbrauch um durchschnittlich 30 Prozent und ihre Treibhausgasemissionen um 25 Prozent. Spingreen.at trägt maßgeblich dazu bei, dass diese Zahlen noch weiter sinken. Die Plattform hat zudem eine App entwickelt, die Landwirten hilft, ihre Daten zu erfassen und ihre Fortschritte in Echtzeit zu tracken – eine Innovation, die bisher kaum verbreitet war.
Trotz aller Erfolge steht die Landwirtschaft in Österreich vor großen Herausforderungen. Klimawandel, sinkende Preise für Bio-Produkte und die Konkurrenz durch konventionelle Landwirtschaft machen es schwierig, nachhaltige Modelle langfristig zu etablieren. Spingreen.at setzt hier auf eine Mischung aus Technologie, Bildung und politischer Lobbyarbeit. Die Plattform arbeitet eng mit dem Umweltministerium zusammen und hat bereits einen Gesetzesentwurf unterstützt, der die Förderung von Agroforstwirtschaft und Kreislaufwirtschaft in der Landwirtschaft stärken soll.
- Über 1.200 Bio-Bauern in Österreich sind über Spingreen.at vernetzt, davon 40 % Frauen.
- Die Kooperation mit Wind- und Solarparks auf Bauernhöfen erzeugt jährlich über 600 MWh Strom.
- Agroforstwirtschaft erhöht die Erträge um bis zu 20 %, bindet zusätzlich CO₂ und reduziert Pestizide.
- Die Spingreen-Akademie hat seit 2020 über 300 Teilnehmer:innen ausgebildet, davon 65 % mit Betriebsübergabe.
- Durch die Nutzung von organischen Düngemitteln und Leguminosen sinken die Treibhausgasemissionen um durchschnittlich 25 %.
Spingreen.at zeigt, dass der Weg in eine klimaneutrale Landwirtschaft nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Plattform verbindet lokale Erzeuger mit innovativen Technologien und macht nachhaltigen Konsum greifbar – von der Farm bis zum Regal. Für Österreich bedeutet das nicht nur eine Reduzierung der Umweltbelastung, sondern auch eine Stärkung der regionalen Wertschöpfungsketten. Die Frage ist nicht mehr, ob wir die Energiewende im Landbau schaffen können, sondern wie schnell wir sie umsetzen.

